Tagebucheintrag · 09. August 2026

Die Hoffnung wurde kleiner

Am Sonntagmorgen fuhren wir wie vereinbart wieder in die Neuland-Klinik.
Nach der Untersuchung vermuteten die Tierärzte, dass ein Spasmus des Schließmuskels dafür verantwortlich sein könnte, dass Silva kaum noch Wasser lassen konnte. Sie bekam ein neues Medikament, das den Muskel entspannen sollte.
Zum ersten Mal seit Tagen hatten wir wieder das Gefühl, dass es vielleicht doch eine Lösung geben könnte.
Mit diesem Medikament fuhren wir noch einmal nach Hause. Einige Stunden später sollten wir erneut in der Klinik erscheinen, um zu kontrollieren, ob sich ihre Blase besser entleeren konnte.
Doch genau das war leider nicht der Fall.
Die Blase war weiterhin stark gefüllt.
Da in der Neuland-Klinik an diesem Sonntag kein Chirurg vor Ort war, wurden wir direkt nach Pulheim weitergeschickt.
Dort wurde Silva untersucht und für eine Sedierung vorbereitet. Die Tierärzte wollten versuchen, erneut einen Blasenkatheter zu legen. Falls das nicht möglich sein sollte, blieb nur noch eine einzige Möglichkeit: die Blase zu punktieren.
Am Abend kam dann der Anruf, den wir so sehr gefürchtet hatten.
Trotz aller Versuche konnte kein neuer Blasenkatheter gelegt werden. Die Verbindung zwischen Harnröhre und Blase ließ sich nicht finden.
Damit Silva keine Schmerzen mehr hatte und ihre Blase nicht weiter überdehnt wurde, musste sie zum ersten Mal punktiert werden.
In diesem Moment wussten wir, dass wir noch nicht am Ende dieses Weges angekommen waren.
Und tief in uns ahnten wir bereits, dass eine weitere große Operation wahrscheinlich nicht mehr zu vermeiden sein würde.

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