Tagebucheintrag · 10. August 2026
Eine Pfote in meiner Hand
Heute Morgen bin ich früh nach Pulheim gefahren, um Silva abzuholen. Als sie mich sah, kam sie sofort auf mich zu und kuschelte sich ganz eng an mich. Bevor wir wieder losfuhren, legte sie ihre kleine Pfote in meine Hand. Es war nur ein kurzer Moment, aber einer, den ich wohl nie vergessen werde. In diesem Augenblick war alles andere für einen Moment unwichtig.
Von dort aus sind wir direkt weiter in die Neuland-Klinik gefahren. Nach einem erneuten Ultraschall zeigte sich leider, dass sich ihre Blase bereits wieder stark gefüllt hatte. Gemeinsam mit den Chirurgen wurde entschieden, Silva heute nicht mehr mit nach Hause zu geben. Stattdessen bleibt sie in der Klinik, wo ihre Blase erneut punktiert wird und sie bis morgen unter ständiger Beobachtung bleibt.
Morgen steht nun die nächste große Operation bevor. Dabei soll ihre Harnröhre dauerhaft zum Bereich neben dem After verlegt und die bisherige Vulva verschlossen werden. Es ist ein großer Eingriff – aber auch unsere größte Hoffnung, dass dieser lange Weg endlich ein Ende findet und Silva danach ohne diese ständigen Notfälle leben kann.
Als wir uns heute voneinander verabschieden mussten, fiel mir das unglaublich schwer. Trotzdem weiß ich, dass sie dort im Moment am besten aufgehoben ist. Die Tierärzte können sofort eingreifen, falls sich ihr Zustand verändert, und genau das gibt mir wenigstens ein kleines Stück Sicherheit.
Ich merke inzwischen selbst, wie sehr mich die vergangenen Tage erschöpft haben. Die vielen Klinikfahrten, die Sorgen, die Entscheidungen und die Ungewissheit haben ihre Spuren hinterlassen. Es ist, als hätte mein Kopf irgendwann aufgehört, richtig zu funktionieren. Ich bin einfach nur müde – körperlich und seelisch.
Heute können wir nichts weiter tun, als zu warten und zu hoffen.
Und genau das werden wir tun.
Bitte drückt unserer kleinen Kämpferin morgen noch einmal ganz fest die Daumen. ❤️