Tagebucheintrag · 02. August 2026

Ein Tag voller Tränen und Erleichterung

Manchmal entscheidet ein einziger Moment darüber, ob man vor Sorge weint oder vor Erleichterung lacht.

Eigentlich dachten wir, wir müssten uns auf den nächsten schweren Tag einstellen.
Nachdem Silva sich ihren Blasenkatheter selbst gezogen und zerbissen hatte, fuhren wir erneut in die Tierklinik. Da an diesem Tag kein Chirurg im Haus war, wussten wir zunächst gar nicht, ob man ihr überhaupt helfen konnte.
Die Tierärztin untersuchte Silva gründlich und schaute sich den zerbissenen Katheter ganz genau an. Anschließend wurde erneut ein Ultraschall gemacht.
Dabei mussten wir unwillkürlich an den ersten Ultraschall vor einigen Tagen denken. Damals hatte Silva völlig entspannt auf dem Rücken gelegen, war während der Untersuchung einfach eingeschlafen und hatte sogar angefangen zu schnarchen. Wir mussten damals alle lachen.
Also sagte ich gestern mit einem kleinen Lächeln zu ihr: „Na komm, schlaf schön."
Die Tierärztin schaute mich erst verwundert an. Als wir ihr erzählten, dass Silva beim letzten Ultraschall tatsächlich geschlafen hatte, musste auch sie lachen.
Doch die gute Stimmung hielt nur kurz an.
Im Ultraschall war etwas zu erkennen, das zunächst wie ein Fremdkörper in der Blase aussah. Sofort entstand die Sorge, ob vielleicht doch ein Teil des Katheters zurückgeblieben war.
Die Tierärztin hielt Rücksprache mit den Chirurgen, die Silva operiert hatten. Anschließend brachte sie einen neuen Originalkatheter mit. Gemeinsam legten wir die einzelnen zerbissenen Stücke daneben und versuchten, alles wieder zusammenzusetzen.
Stück für Stück verglichen wir die Länge.
Am Ende waren wir uns ziemlich sicher: Der Katheter war vollständig. Es fehlte offenbar nichts.
Während die Tierärztin erneut mit den Chirurgen sprach, gingen wir mit Silva nach draußen.
Wir wollten einfach noch einmal abwarten.
Silva lief ein paar Schritte.
Dann blieb sie stehen.
Sie hockte sich hin.
Und plötzlich...
...lief ein kräftiger Urinstrahl.
Ich konnte es sofort sehen.
In diesem Moment sprang Willi wie ein kleines Kind vor Freude in die Luft, riss beide Arme hoch und rief:
„Ja! Sie macht Pipi! Sie macht Pipi!"
Er rannte sofort zurück in die Klinik, um der Tierärztin Bescheid zu geben.
Ich glaube, wir beide hatten in diesem Moment Tränen in den Augen.
Nur wenige Minuten später kam Willi mir schon wieder entgegen.
Mit einem Lächeln.
„Wir können nach Hause."
Was für eine Erleichterung.
Zu Hause zeigte Silva uns immer mehr, dass sie auf dem richtigen Weg ist.
Sie setzte mehrfach ganz normal Urin ab, fraß mit großem Appetit sogar kleine Stückchen von Willis Leberwurstbrötchen und trank endlich wieder selbstständig.
Am Nachmittag gingen wir gemeinsam mit unserer Tochter ein Eis essen. Natürlich bekam auch Silva ihr eigenes Eis, das sie mit sichtlichem Genuss verdrückte.
Auch dort funktionierte das Wasserlassen problemlos.
Auf dem Heimweg wagten wir sogar einen kleinen Spaziergang Richtung Feld. Eigentlich wollten wir nur ein paar Meter gehen. Doch Silva fühlte sich so gut, dass aus den paar Metern ein richtig schöner Spaziergang wurde. Unterwegs setzte sie mehrfach Urin ab und erledigte auch ihr großes Geschäft ganz normal.
Zum ersten Mal seit vielen Tagen fühlte sich alles wieder ein kleines bisschen normal an.
Am Abend machten wir sie wieder sorgfältig für die Nacht fertig. Mit Trichter, Body und einer kleinen Baby-Leggings sollte diesmal wirklich nichts mehr passieren.
Die Nacht verlief ruhig.
Und heute Morgen?
Da liegt unsere kleine Kämpferin entspannt bei uns, hat gefressen, etwas getrunken und wirkt endlich wieder ein Stück mehr wie die Silva, die wir kennen.
Wir wissen, dass der Weg noch nicht zu Ende ist.
Aber nach all den Sorgen der letzten Tage fühlt sich dieser kleine Fortschritt wie ein riesiger Sieg an.
❤️ Manchmal braucht es nur einen einzigen Moment, damit aus Angst wieder Hoffnung wird.

Bilder dieses Tages

Der erste kleine Schritt zurück in den Alltag.
Endlich etwas Ruhe.

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