Tagebucheintrag · 07. Oktober 2026
Aus Silvas Tagebuch · Ihre Geschichte von Anfang an kennenlernen →
Manchmal muss man einfach kreativ werden. 🐾🌾
Unsere Gassirunde begann eigentlich wie immer. Kaum hatten wir die Felder erreicht, war meine Freude riesengroß. Ich durfte wieder laufen und war sofort mit der Nase unterwegs. Überall gab es spannende Gerüche und natürlich musste ich nachschauen, was sich seit dem letzten Spaziergang alles verändert hatte.
Plötzlich war ich mir ganz sicher, dass sich irgendwo im Feld eine Maus versteckt haben musste. Ohne lange nachzudenken sprang ich mit der Nase mitten ins hohe Gras und wollte der Sache natürlich sofort auf den Grund gehen.
„Nein, Silva.“
Mehr musste Frauchen gar nicht sagen.
Sie möchte nämlich überhaupt nicht, dass ich irgendwann zur Mäusefängerin werde. Also hob ich meinen Kopf wieder aus dem Gras und lief weiter. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich schon gerne gewusst hätte, ob dort wirklich eine Maus gewesen ist.
Ein Stück weiter kamen wir an einer Bank vorbei. Frauchen setzte sich kurz hin und ich legte mich ganz selbstverständlich zu ihr. Erst sollte ich ins Sitz, anschließend ins Platz. Das klappt inzwischen richtig gut und ehrlich gesagt mag ich diese kleinen Übungen sogar, weil ich genau weiß, dass Frauchen sich jedes Mal freut, wenn ich aufmerksam mitarbeite.
Nach einer Weile stand sie auf, ließ mich aber weiterhin im Platz liegen. Immer wieder entfernte sie sich ein Stück von mir und sagte ruhig: „Bleib.“ Ich beobachtete sie die ganze Zeit und blieb dort liegen, obwohl ich natürlich viel lieber mit ihr mitgelaufen wäre. Erst als sie mich schließlich wieder freigab, schoss ich voller Freude los. Dabei war ich allerdings so schnell unterwegs, dass ich einfach an Frauchen vorbeiflitzte. Sie musste lachen und meinte nur grinsend, dass meine Ohren in diesem Moment wohl auf Durchzug gestellt gewesen wären.
Kurz danach wollte sie mich sogar noch ein bisschen austricksen. Immer wieder schaute sie, ob ich mich nach ihr umdrehte. Ihr Plan war offensichtlich, sich hinter einem Baum zu verstecken und zu schauen, ob ich sie suche. Leider für Frauchen drehte ich mich viel zu früh um und entdeckte sie sofort. Aus ihrem Versteckspiel wurde also nichts – aber wir mussten beide darüber schmunzeln. Ich glaube, solche kleinen Ideen machen unsere Spaziergänge inzwischen genauso spannend wie die vielen Gerüche auf dem Feld.
Bevor wir an den Garten kamen, an dem normalerweise ein Hund bellend gegen den Zaun springt, leinte Frauchen mich wie immer an. Das machen wir inzwischen ganz bewusst, weil ich mich dort früher manchmal erschrocken habe und lieber einen Bogen ins Feld gemacht hätte. So können wir diese Situation ganz in Ruhe üben und ich weiß, dass Frauchen und Herrchen direkt bei mir sind.
Dieses Mal war der Garten allerdings ganz still. Kein Hund sprang gegen den Zaun, niemand bellte und wir konnten völlig entspannt daran vorbeigehen. Ich schaute zwar kurz hin, merkte aber schnell, dass heute alles ruhig war, und lief einfach weiter. Ich glaube, Frauchen hat sich darüber mindestens genauso gefreut wie ich.
Ein Stück weiter kamen wir an die Straße. Dort gehört inzwischen ein kleines Ritual zu unserer Gassirunde. Bevor wir die Straße überqueren, schickt mich Frauchen ins Sitz und ich warte, bis sie mich wieder freigibt. Das klappt mittlerweile richtig gut und ich bekomme jedes Mal ein dickes Lob, wenn ich ruhig sitzen bleibe.
Danach machten wir uns auf die letzten Meter nach Hause. Genau dort liegt im Moment noch unsere größte Baustelle. Sobald ich weiß, dass wir fast da sind, würde ich am liebsten sagen: „Kommt, jetzt aber schnell!“ Normalerweise ziehe ich auf diesem Stück ziemlich deutlich an der Leine, weil ich es kaum erwarten kann, wieder zu Hause zu sein.
Umso überraschter war Frauchen an diesem Tag. Ich lief den größten Teil des Heimwegs ganz entspannt neben ihr her und zog kaum an der Leine. Erst kurz vor unserer Haustür wurde ich wieder ein kleines bisschen ungeduldig. Frauchen musste darüber lächeln und meinte, dass wir auf einem richtig guten Weg sind – auch wenn wir bis zur perfekten Leinenführigkeit noch ein wenig gemeinsam üben dürfen.
Am Ende unserer Gassirunde dachte ich nur: Eigentlich haben wir heute gar nichts Besonderes erlebt. Und genau das war vielleicht das Schönste daran. Wir haben gemeinsam gelacht, ein bisschen geübt, kleine Fortschritte gemacht und einfach die Zeit miteinander genossen.
Ich glaube, genau daraus entstehen die Erinnerungen, die Frauchen später in mein Tagebuch schreibt. 🤍🐾