Tagebucheintrag · 17. Juli 2026

Gemeinsam lernen

Heute war Hundetrainerin Corinna bei uns. Aus vielen kleinen Fragen wurden neue Ideen, erste Erfolge und ein Moment, der uns tief berührt hat.

Heute hatten wir Besuch von unserer Hundetrainerin Corinna.
Als es an der Tür klingelte, stand Silva neugierig auf der letzten Treppenstufe und beobachtete erst einmal ganz aufmerksam, wer da vor der Tür stand.
Kaum hatte ich Corinna hereingebeten, lief Silva auch schon auf sie zu. Sie beschnupperte sie ganz vorsichtig, ließ sich streicheln und suchte schnell ihre Nähe.
Für uns ist das jedes Mal wieder schön zu sehen.
Vor einigen Wochen wäre das noch kaum vorstellbar gewesen.
Nachdem wir uns gesetzt hatten, erzählte ich Corinna zuerst von den Fortschritten der letzten Tage.
Vor einer Woche hatte sie mir am Telefon geraten, Silva dauerhaft ihr Sicherheitsgeschirr, Halsband und eine kurze Leine anzulegen, damit all das für sie selbstverständlich wird.
Wir haben diesen Rat zunächst ausprobiert.
Doch nach zwei oder drei Tagen hatte ich das Gefühl, dass Silva dadurch nicht wirklich etwas lernte.
Also haben wir einen anderen Weg versucht.
Ich zog zuerst selbst meine Schuhe an, packte meinen Bauchbeutel mit Schlüssel und allem, was wir für einen Spaziergang brauchen, und setzte mich anschließend auf die Treppe.
Silva kam jedes Mal freudig zu mir.
Dann legte ich ihr in Ruhe das Geschirr und das Halsband an, befestigte die Leine – und statt nach draußen zu gehen, liefen wir einfach gemeinsam durchs Haus.
Mal ins Wohnzimmer.
Mal zurück.
Ganz ohne Spaziergang.
Einfach nur, damit sie lernt, dass Geschirr und Leine nicht automatisch bedeuten, dass etwas Aufregendes passiert.
Als ich Corinna davon erzählte, musste sie lachen.
Sie freute sich darüber, dass wir nicht stur an einem Plan festgehalten hatten, sondern geschaut haben, was für Silva wirklich funktioniert.
Danach sprachen wir über unsere nächsten Ziele.
Im Haus klappt der Rückruf inzwischen schon richtig gut.
Draußen sieht die Welt allerdings noch ganz anders aus.
Also gingen wir gemeinsam in den Garten.
Mit Halsband, Schleppleine und einer Handvoll Leckerchen.
Zunächst zeigte Corinna uns eine kleine Übung.
Silva durfte das Leckerchen sehen. Kurz bevor sie es nehmen wollte, wurde die Hand wieder geschlossen.
Nicht, um sie zu ärgern, sondern um ihre Aufmerksamkeit zu wecken und sie neugierig zu machen.
Anschließend übten wir gemeinsam den Rückruf.
Und wieder zeigte Silva etwas, das wir inzwischen schon häufiger erleben.
Sie braucht einfach einen kleinen Moment.
Zwei oder drei Minuten.
Dann scheint sie zu verstehen, was wir von ihr möchten.
Von da an lief die Übung richtig gut.
Natürlich wird das nicht von heute auf morgen perfekt.
Aber wir haben heute gemerkt, dass wir gemeinsam auf einem guten Weg sind.
Auch über die Zeit nach ihrer Operation haben wir gesprochen.
Sobald Silva wieder fit ist, möchten wir mit ihr weiterarbeiten und später vielleicht auch gemeinsam eine Gruppe besuchen.
Denn jede neue Erfahrung darf ihr helfen, noch mehr Vertrauen in sich und ihre Umwelt zu gewinnen.
Als der Termin zu Ende war, wollten wir Corinna selbstverständlich bezahlen.
Doch sie lächelte uns an und sagte ganz ruhig:
"Nein. Das möchte ich heute nicht."
Stattdessen bat sie uns, das Geld lieber für Silvas Operation zu verwenden.
Für einen Moment wussten wir gar nicht, was wir sagen sollten.
Es gibt Menschen, die einen Hund trainieren.
Und es gibt Menschen, die ein Herz berühren.
Liebe Corinna – danke.
Für deine Geduld.
Für dein Vertrauen.
Und dafür, dass du ein Teil von Silvas Geschichte geworden bist.
❤️ Abschluss
Manchmal sind es nicht die großen Schritte, die Mut machen. Sondern die Menschen, die ein Stück des Weges mit uns gehen. 🐾💚

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