Tagebucheintrag · 27. Oktober 2026

Aus Silvas Tagebuch · Ihre Geschichte von Anfang an kennenlernen →

🎂 Ein Jahr Silva – eine Torte, vier schnelle Pfoten und ein Familiengeheimnis ❤️

Also, liebe Leute, heute ist ein ganz besonderer Tag! Ich habe nämlich Geburtstag, und zwar meinen allerersten! Ein ganzes Jahr bin ich nun schon auf dieser Welt, und wenn ich ehrlich bin, verstehe ich überhaupt nicht, warum meine Menschen deswegen so aufgeregt sind. Frauchen und Herrchen haben in den vergangenen Tagen immer wieder davon gesprochen, dass ihre kleine Silva nun tatsächlich schon ein Jahr alt wird. Dabei haben sie mich angeschaut, gelächelt und manchmal sogar ein bisschen wehmütig gewirkt. Ich dagegen habe mich gefragt, was daran so außergewöhnlich sein soll. Schließlich werde ich jeden Morgen wach, ohne dass jemand deswegen eine Feier veranstaltet. Aber wenn Menschen unbedingt einen Anlass brauchen, um mich noch mehr zu verwöhnen als sonst, werde ich mich selbstverständlich nicht dagegen wehren!

Heute bekam ich dann allerdings eine erste Ahnung davon, was es mit diesem Geburtstag auf sich hat. Ich lag ganz gemütlich in meinem Körbchen und hatte eigentlich beschlossen, den Tag ausgesprochen entspannt zu beginnen, als Herrchen plötzlich mit etwas Buntem auf mich zukam. Zuerst dachte ich, er hätte vielleicht ein neues Spielzeug entdeckt, doch als er näher kam, traute ich meinen Augen kaum. Eine Torte! Eine richtige kleine Geburtstagstorte mit einer Kerze obendrauf! Und das alles für mich! Also, ich weiß ja nicht, wie ihr in solchen Situationen reagiert, aber ich fand, dass man bei einem derartigen Angebot nicht lange überlegen sollte. Kaum hielt Herrchen mir das gute Stück hin, hatte ich es auch schon ins Visier genommen und griff beherzt zu. Schließlich könnte es ja passieren, dass er es sich noch einmal anders überlegt, wenn ich zu lange warte. Bei Geschenken gilt deshalb eine ganz einfache Regel: Erst sichern, dann Fragen stellen! 🤣🎂

Herrchen schien sich prächtig darüber zu amüsieren, wie begeistert ich meine neue Errungenschaft untersuchte. Ich dagegen hatte alle Pfoten voll zu tun, denn schließlich musste diese Torte einer gründlichen Qualitätskontrolle unterzogen werden. Dass sie ausgerechnet zum Spielen und nicht zum Essen gedacht war, fand ich zunächst ein wenig ungewöhnlich. Eine Torte, die man nicht aufessen kann – auf solche Ideen können wirklich nur Menschen kommen! Andererseits hat die Sache auch ihre Vorteile, denn so kann ich mich länger damit beschäftigen. Trotzdem werde ich vorsichtshalber weiterhin ein Auge auf die Küche haben. Vielleicht gibt es ja noch eine zweite Torte, bei der das mit dem Essen besser funktioniert. Man wird schließlich nicht jeden Tag ein Jahr alt!

Während ich mich also mit meinem Geburtstagsgeschenk beschäftigte, musste ich daran denken, wie viel in diesem einen Jahr eigentlich passiert ist. Am 27. Oktober 2025 wurde ich in Rumänien geboren, und wenn ich heute auf mein bisheriges Leben zurückblicke, kommt mir das alles manchmal wie eine ziemlich verrückte Geschichte vor. Ich habe neue Menschen kennengelernt, bin in ein fremdes Land gereist, habe aufregende und manchmal auch schwierige Dinge erlebt und nebenbei herausgefunden, dass Menschenbetten offenbar hauptsächlich dafür gebaut werden, dass Hunde darin möglichst viel Platz beanspruchen können. Zumindest bin ich davon fest überzeugt. Frauchen sieht das gelegentlich etwas anders, aber wir arbeiten noch an ihrer Einstellung.

Doch bevor ich euch erzähle, wie ich hier zur selbst ernannten Chefin des Hauses geworden bin, muss ich euch etwas verraten, das mich heute an meinem Geburtstag ganz besonders beschäftigt. Denn obwohl Frauchen und Herrchen inzwischen ziemlich genau wissen, wie ich ticke, kennen sie längst nicht meine ganze Geschichte. Meine ersten Lebensmonate habe ich schließlich in Rumänien verbracht, und was damals alles passiert ist, wissen sie nur zum Teil. Sie können nicht sagen, was ich alles gesehen, erlebt oder vielleicht auch gefürchtet habe. Aber eines wissen sie ganz sicher: Ich habe Geschwister!

Ja, ihr habt richtig gelesen! Irgendwo auf dieser Welt gibt es noch andere Fellnasen, die mit mir verwandt sind. Vielleicht haben sie dieselben neugierigen Augen, denselben Dickkopf oder sogar die gleiche außergewöhnliche Begabung, ihre Menschen mit einem einzigen Blick um den Finger zu wickeln. Möglicherweise gibt es eine Schwester, die ihrem Frauchen ebenfalls jeden Morgen eine Pfote auf den Kopf legt, weil sie der Meinung ist, dass die Nacht nun wirklich lange genug gedauert hat. Oder einen Bruder, der beim Anblick einer Treppe erst einmal beschließt, dass das Leben auf einer einzigen Etage vollkommen ausreichend ist. Sollte das tatsächlich in unserer Familie liegen, dann haben unsere Menschen wirklich mein tiefstes Mitgefühl. Wobei … eigentlich auch wieder nicht. Sie haben sich schließlich freiwillig für uns entschieden! 🤣🐾

Am vergangenen Samstag, als wir auf dem Brühler Herbstmarkt waren, haben Frauchen und Herrchen deshalb eine Frage gestellt, die sie schon länger beschäftigt. Dort haben wir nämlich Claudia von PAN wiedergetroffen, die meine Adoption begleitet hat. Das Wiedersehen war wirklich schön, auch wenn ich zugeben muss, dass mich die vielen Menschen, Geräusche und Gerüche auf dem Markt ziemlich beschäftigt haben. Überall gab es etwas zu entdecken, und ich wusste manchmal gar nicht, wohin ich zuerst schauen sollte. Während meine Menschen sich unterhielten, musste ich deshalb die Umgebung im Auge behalten und gleichzeitig dafür sorgen, dass die angebotenen Leckerchen nicht unbeachtet blieben. Schließlich kann man nie wissen, wann sich wieder eine solche Gelegenheit bietet. Und ich darf euch beruhigen: Die Qualitätskontrolle am PAN-Stand fiel zu meiner vollsten Zufriedenheit aus! 🤣

Frauchen und Herrchen nutzten das Wiedersehen, um Claudia nach meinen Geschwistern zu fragen. Sie wollten wissen, ob diese inzwischen ebenfalls vermittelt wurden und ob vielleicht sogar eines von ihnen in unserer Nähe lebt. Ich konnte natürlich nicht selbst nachfragen, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass ich mit einem entschlossenen Wuff und einem eindringlichen Blick durchaus Eindruck gemacht hätte. Aber ich überließ die Sache lieber meinen Menschen. Die können solche Angelegenheiten mit Worten meistens besser regeln als ich.

Ob wir irgendwann mehr erfahren, weiß ich noch nicht. Aber allein die Vorstellung ist aufregend. Vielleicht wohnt einer meiner Brüder nur ein paar Orte weiter, vielleicht schläft eine meiner Schwestern gerade gemütlich auf einer Couch und hat ihre Menschen längst davon überzeugt, dass Hundekörbchen lediglich dekorative Einrichtungsgegenstände sind. Und vielleicht laufen wir uns eines Tages sogar über den Weg. Was dann wohl passieren würde? Würden wir uns erkennen? Würden wir erst einmal vorsichtig aneinander schnuppern oder sofort anfangen, gemeinsam Unsinn zu machen? Ich stelle mir gerade vor, wie Frauchen und Herrchen schauen würden, wenn plötzlich zwei Silvas vor ihnen stünden. Wahrscheinlich müssten sie sich anschließend erst einmal hinsetzen und einen sehr starken Kaffee trinken!

Doch bis ich herausfinde, ob meine Geschwister tatsächlich genauso talentiert darin sind, ihre Menschen auf Trab zu halten, erzähle ich euch lieber, wie mein eigenes Abenteuer weiterging. Denn irgendwann kam der Tag, an dem sich für mich alles verändern sollte.

Eigentlich sollte ich schon im April nach Deutschland kommen. Frauchen und Herrchen warteten sehnsüchtig auf mich, aber meine Ankunft verzögerte sich, und so mussten sie sich noch ein bisschen gedulden. Für die beiden war das bestimmt nicht einfach, denn sie hatten sich längst darauf eingestellt, dass bald vier zusätzliche Pfoten durch ihr Zuhause tapsen würden. Wahrscheinlich ahnten sie damals noch nicht, dass diese vier Pfoten später einmal ziemlich genaue Vorstellungen davon entwickeln würden, wem die Couch gehört, wann morgens aufzustehen ist und wie viel Platz ein Hund im Bett beanspruchen darf.

Am 16. Mai 2026 war es dann endlich so weit. Frauchen und Herrchen fuhren nach Köln, um mich abzuholen. Für sie war es ein Tag voller Vorfreude, Aufregung und wahrscheinlich auch ein bisschen Herzklopfen. Ich dagegen wusste natürlich noch nicht, dass diese beiden Menschen einmal meine Familie werden würden. Für mich war alles fremd, aufregend und vermutlich auch ein bisschen beängstigend. Da standen plötzlich zwei Menschen vor mir, die mich freundlich anschauten und sich offensichtlich riesig freuten. Ich musste dagegen erst einmal herausfinden, ob man diesen Zweibeinern überhaupt trauen konnte. Dass ich von diesem Tag an zu ihnen gehören würde, konnte ich schließlich noch nicht wissen.

Heute kann ich euch sagen: Man kann ihnen vertrauen. Zumindest meistens. Wenn Frauchen allerdings mit meinem Geschirr um die Ecke kommt und ich gerade überhaupt keine Lust habe, meine gemütliche Position zu verlassen, bin ich mir manchmal nicht mehr ganz so sicher. Aber das ist natürlich etwas völlig anderes! 🤭

In meinem neuen Zuhause gab es anfangs so vieles, das ich nicht kannte. Manche Geräusche machten mir Angst, vorbeifahrende Autos fand ich nicht immer besonders vertrauenerweckend und mit Treppen hatte ich zeitweise eine ausgesprochen schwierige Beziehung. Frauchen und Herrchen haben wirklich einiges versucht, um mir zu zeigen, dass diese Dinger nicht gefährlich sind. Sie haben mit mir gewartet, mich ermutigt und versucht, mir die Sache schmackhaft zu machen. Aber ich sage euch: Wenn ich der Meinung bin, dass eine Treppe heute nicht benutzt wird, dann wird sie eben nicht benutzt. Schließlich habe ich vier Pfoten, und alle vier müssen mit der Entscheidung einverstanden sein. Wenn auch nur eine dagegen ist, kann ich unmöglich loslaufen! Das müsste doch eigentlich jeder verstehen. 🤣

Mit der Zeit wurde vieles leichter. Ich lernte unseren Garten kennen, entdeckte neue Spazierwege und begann zu verstehen, dass meine Menschen mich nicht einfach irgendwohin mitnehmen, sondern immer wieder mit nach Hause bringen. Natürlich gab es weiterhin Situationen, in denen ich lieber erst einmal Abstand hielt oder mich vorsichtig umschaute. Aber Frauchen und Herrchen ließen mir Zeit. Und genau das war für mich unglaublich wichtig, denn ein neues Zuhause ist nicht automatisch vom ersten Tag an ein vertrauter Ort. Man muss schließlich erst einmal herausfinden, ob man dort wirklich bleiben darf.

Dann kam eine Zeit, die niemand von uns so schnell vergessen wird. Ich musste operiert werden, und plötzlich war unser Alltag ganz anders als vorher. Statt neugierig die Welt zu erkunden, brauchte ich Ruhe und musste mich erholen. Frauchen und Herrchen machten sich große Sorgen um mich, und ich merkte, dass etwas nicht in Ordnung war. Es gab Tage, an denen ich einfach nur ihre Nähe brauchte, ohne spielen oder irgendetwas lernen zu wollen. Aber sie waren da, kümmerten sich um mich und gaben mir die Sicherheit, die ich damals so dringend benötigte.

Vielleicht ist das etwas, das Menschen manchmal unterschätzen. Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass man einem Hund erklärt, wie lieb man ihn hat. Es entsteht, wenn man immer wieder erlebt, dass diese Menschen bleiben, auch wenn es schwierig wird. Wenn sie nicht ungeduldig werden, weil man etwas noch nicht kann, und wenn sie verstehen, dass hinter einem ängstlichen Blick manchmal viel mehr steckt als bloße Unsicherheit. Und wenn sie einem zeigen, dass man nicht perfekt sein muss, um geliebt zu werden.

Wie viel sich zwischen uns inzwischen verändert hat, wurde meinen Menschen am Samstag auf dem Herbstmarkt noch einmal bewusst. Während sie mit Claudia über meine Entwicklung sprachen, bemerkte eine andere Dame, wie eng unsere Bindung geworden ist. Frauchen freute sich riesig darüber, und ich muss sagen, ich fand das auch ganz schön. Obwohl ich persönlich der Meinung bin, dass man unsere Verbundenheit schon daran erkennen kann, dass ich meine Menschen nachts nicht allein schlafen lasse. Ich lege mich schließlich nicht aus purem Vergnügen in ihr Bett, sondern übernehme dort eine äußerst verantwortungsvolle Aufgabe. Jemand muss doch aufpassen, dass die beiden nicht frieren! Und wenn ich mich dabei querlege und sie ein bisschen zusammenrücken müssen, dann ist das eben der Preis für erstklassigen Sicherheitsdienst. 🤣❤️

Überhaupt habe ich inzwischen einige ziemlich interessante Entdeckungen gemacht. Zum Beispiel, dass unsere Katze Lissy offenbar der Meinung ist, mein Hundekörbchen gehöre zur allgemeinen Wohnungseinrichtung und dürfe von jedem benutzt werden. Neulich lag sie tatsächlich darin, als wäre das schon immer ihr Platz gewesen. Ich hätte natürlich eine offizielle Beschwerde einreichen können, aber dann fiel mir ein, dass ich längst eine viel bessere Lösung gefunden habe. Soll Lissy doch das Körbchen behalten! Ich habe schließlich das Menschenbett erobert. Dort gibt es zwei lebende Wärmflaschen, die sich sogar bewegen, wenn man sich besonders geschickt dazwischenlegt. Die eine muss morgens manchmal sehr früh aufstehen, die andere würde gelegentlich gerne länger schlafen. Aber dafür habe ich inzwischen eine hervorragende Methode entwickelt.

Meine Pfote ist nämlich ein ausgesprochen praktisches Kommunikationsmittel. Wenn Frauchen morgens noch schläft und ich finde, dass wir langsam aufstehen könnten, lege ich ihr einfach meine Pfote auf den Kopf. Manchmal stupse ich sie zusätzlich mit der Nase an oder verteile ein paar liebevolle Küsschen. Sollte sie darauf nicht reagieren, wiederhole ich das Ganze. Ich bin schließlich hartnäckig, und ein guter Weckdienst gibt nicht gleich nach dem ersten Versuch auf. Frauchen nennt das gelegentlich anstrengend. Ich nenne es zuverlässigen Kundenservice. Andere Menschen müssen für einen Weckdienst bezahlen, und Frauchen bekommt ihn von mir völlig kostenlos. Eigentlich müsste sie sich dafür jeden Morgen bedanken! 🤣🐾

Auch tagsüber gibt es immer wieder Situationen, in denen meine Menschen meine außergewöhnlichen Fähigkeiten nicht ausreichend würdigen. Wenn ich mich beispielsweise neben Frauchen auf die Couch setze und sie mit meiner Pfote antippe, sollte doch eigentlich völlig klar sein, dass ich etwas von ihr möchte. Stattdessen fragt sie mich manchmal, was denn los sei. Ja, woher soll ich wissen, warum sie das nicht versteht? Ich bin schließlich ein Hund und kein Dolmetscher! Vielleicht sollten wir beide wirklich einmal einen gemeinsamen Sprachkurs besuchen. Ich lerne dann noch ein bisschen mehr Menschensprache, und Frauchen bekommt Nachhilfe in Silva. Wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass sie dafür mehr Unterrichtsstunden brauchen wird als ich.

Und trotzdem gibt es natürlich auch heute noch Momente, in denen ich nicht so mutig bin, wie ich vielleicht gerne wäre. Auf dem Herbstmarkt am Samstag war mir die ganze Aufregung zwischendurch einfach zu viel. So viele Menschen, fremde Gerüche und Geräusche, und ich wusste manchmal gar nicht, wohin mit mir. Auch bei Spaziergängen gibt es Tage, an denen ich plötzlich in verschiedene Richtungen möchte, obwohl Frauchen eigentlich einen ganz anderen Plan hatte. Sie versucht dann, mir Ruhe zu geben und herauszufinden, was mich gerade beschäftigt. Ich dagegen bin manchmal selbst noch damit beschäftigt, meine Gefühle zu sortieren. Ein Jahr alt zu werden bedeutet eben nicht, dass man über Nacht alles kann und versteht.

Und als hätte ich heute nicht schon genug Aufregung erlebt, musste ich Herrchen natürlich noch beweisen, dass man mit einem Jahr durchaus in der Lage ist, selbstständige Entscheidungen zu treffen. Wir waren nämlich spazieren, und weil ich inzwischen manchmal auch ohne Leine laufen darf, genoss ich gerade meine neu gewonnene Freiheit. Ich schnupperte hier, schaute dort und war mit der Welt eigentlich ganz zufrieden. Herrchen schien ebenfalls der Meinung zu sein, dass wir einen gemütlichen Spaziergang machten. Tja, liebe Leute, so schnell kann man sich irren!

Plötzlich hörte ich etwas, das überhaupt nicht in meine Vorstellung von einem entspannten Geburtstagsspaziergang passte. Ich blieb stehen, hob den Kopf und schaute in den Himmel. Und was war da? Ein Düsenjäger! Ein riesiges, lautes Ding, das einfach über uns hinwegflog, ohne mich vorher um Erlaubnis zu fragen! Also wirklich, ich weiß ja nicht, wer bei diesen Flugzeugen für die Terminplanung zuständig ist, aber ausgerechnet an meinem ersten Geburtstag eine solche Vorstellung zu veranstalten, finde ich ausgesprochen unhöflich. Hätte man mich gefragt, hätte ich den Flug selbstverständlich auf einen anderen Tag verschoben. Am besten auf einen, an dem ich gemütlich zu Hause auf der Couch liege! 🤣✈️

Jedenfalls hatte ich innerhalb von Sekunden eine Entscheidung getroffen. Während Herrchen vermutlich noch überlegte, was da gerade über uns hinwegdonnerte, war für mich die Sache längst klar: Hier stimmt etwas nicht, und ich gehe jetzt nach Hause! Und zwar auf dem schnellsten Weg! Also nahm ich meine vier Pfoten in die Hand und legte einen Sprint hin, bei dem selbst ein professioneller Rennhund vermutlich neidisch geworden wäre. Herrchen rief mir noch hinterher, aber für längere Gespräche hatte ich nun wirklich keine Zeit. Schließlich hatte ich einen wichtigen Termin mit unserer Haustür, und den wollte ich auf keinen Fall verpassen.

Herrchen musste schließlich zum Telefon greifen und Frauchen anrufen. Die hatte sich ausgerechnet gerade die Haare gewaschen und ahnte wahrscheinlich nicht, dass sie wenige Augenblicke später zum außerplanmäßigen Empfangskomitee befördert werden würde. Jedenfalls beeilte sie sich, zur Haustür zu kommen und mich hereinzulassen. Ich finde ja, sie hat ihre Aufgabe hervorragend erfüllt. Man sollte schließlich immer jemanden zu Hause haben, der einem nach einer solchen Expedition unverzüglich die Tür öffnet. Herrchen kam erst später an, und ich kann mir vorstellen, dass er über meinen plötzlichen Sinneswandel nicht gerade begeistert war. Aber was hätte ich denn machen sollen? Auf ihn warten, während dieses fliegende Ungetüm am Himmel unterwegs war? Also bitte! Ein bisschen Eigeninitiative muss doch wohl erlaubt sein! 🤣🐾

Im Nachhinein muss ich allerdings zugeben, dass mir dieser Düsenjäger einen gehörigen Schrecken eingejagt hat. Ich wollte nicht weglaufen, um Herrchen zu ärgern, und ich hatte auch nicht plötzlich beschlossen, den Spaziergang allein fortzusetzen. Ich wollte einfach nur nach Hause, dorthin, wo ich mich sicher fühle. Und vielleicht sagt das mehr über meine vergangenen Monate aus als so manches, was ich inzwischen gelernt habe. Denn als ich im Mai hier ankam, war dieses Haus noch völlig fremd für mich. Heute ist es der Ort, den ich selbst dann suche, wenn mir draußen die Welt plötzlich zu laut und unheimlich wird.

Wobei ich Herrchen für unsere nächsten Spaziergänge trotzdem noch einen kleinen Vorschlag machen möchte: Vielleicht könnten wir uns vorher über die Flugpläne informieren? Und falls wieder ein Düsenjäger unterwegs ist, bleiben wir einfach zu Hause. Ich bewache meine Geburtstagstorte, Herrchen trinkt einen Kaffee und Frauchen darf sich ganz in Ruhe die Haare waschen. Das wäre doch für alle Beteiligten eine ausgesprochen vernünftige Lösung! 🤣❤️🐾

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis meines ersten Geburtstags. Ich bin noch lange nicht fertig mit dem Großwerden. Es gibt weiterhin Dinge, die mir Angst machen, und wahrscheinlich werde ich meine Menschen noch öfter mit irgendwelchen neuen Ideen überraschen. Vielleicht beschließe ich morgen, dass ein bestimmter Weg plötzlich unheimlich ist, oder ich entdecke eine völlig neue Möglichkeit, Frauchen von ihrer Arbeit abzuhalten. Möglichkeiten gibt es schließlich genug, und ich bin ausgesprochen erfinderisch. Aber ich weiß inzwischen auch, dass ich nicht alles allein schaffen muss. Meine Menschen sind da, und gemeinsam haben wir schon so einiges gemeistert.

Während ich heute meine neue Geburtstagstorte durch mein Körbchen schiebe, denke ich deshalb nicht nur daran, wie viel ich gelernt habe. Ich denke auch an all die kleinen Dinge, die inzwischen ganz selbstverständlich geworden sind. An Frauchens Stimme, wenn sie mit mir spricht, an Herrchens Nähe, an unsere Spaziergänge und daran, wie schön es ist, abends einfach irgendwo dazwischenzuliegen und zu wissen, dass ich dazugehöre. Vor ein paar Monaten war das alles noch fremd für mich. Heute ist es mein Leben.

Und wisst ihr, was daran das Schönste ist? Ich muss nicht mehr herausfinden, ob ich irgendwo bleiben darf. Ich bin angekommen. Mit meinen Ängsten, meinem Dickkopf, meinen verrückten Einfällen und meiner ziemlich ausgeprägten Vorliebe für gemütliche Schlafplätze. Frauchen und Herrchen haben mich nicht nur aufgenommen, sondern mir gezeigt, dass ich genauso sein darf, wie ich bin. Auch wenn ich ihnen manchmal vermutlich den letzten Nerv raube. Aber ganz unter uns: Ich glaube, ein bisschen würden sie meine Streiche vermissen, wenn ich plötzlich immer nur brav in meinem Körbchen liegen würde. Und außerdem wäre mein Tagebuch dann doch furchtbar langweilig!

Trotzdem bleibt da noch diese eine Frage, die mich an meinem Geburtstag nicht ganz loslässt. Irgendwo hat mein Leben begonnen, gemeinsam mit meinen Geschwistern. Vielleicht haben sie inzwischen ebenfalls Menschen gefunden, die ihnen ein Zuhause geben, mit ihnen lachen und manchmal ein bisschen verzweifelt versuchen, ihre Hundesprache zu verstehen. Vielleicht haben sie heute auch eine kleine Überraschung bekommen. Vielleicht liegt gerade einer meiner Brüder in seinem Körbchen und bearbeitet begeistert ein neues Spielzeug, während seine Menschen darüber lachen, wie schnell er es sich geschnappt hat.

Und vielleicht wissen diese Menschen genauso wenig über mich, wie Frauchen und Herrchen über meine Geschwister wissen.

Was wäre das wohl für ein Gefühl, eines Tages herauszufinden, wo sie heute leben? Vielleicht könnten wir uns sogar einmal begegnen. Vielleicht würde sich herausstellen, dass wir uns ähnlich sehen, dieselben kleinen Eigenheiten haben oder sogar auf die gleiche Art mit unseren Menschen schimpfen, wenn sie beim Füttern zu langsam sind. Allein bei dem Gedanken muss ich schmunzeln. Zwei Hunde mit meinem Temperament an einem Ort – das wäre vermutlich ein Ereignis, für das Frauchen und Herrchen vorsichtshalber Urlaub beantragen müssten! 🤣

Aber wer weiß, vielleicht bleibt es auch einfach eine schöne Vorstellung. Nicht jede Frage bekommt sofort eine Antwort, und nicht jede Geschichte lässt sich von Anfang bis Ende erzählen. Meine eigene Geschichte ist schließlich auch noch lange nicht fertig. Heute feiere ich erst einmal meinen ersten Geburtstag, freue mich über meine bunte Torte und bin gespannt, welche Abenteuer mein zweites Lebensjahr für mich bereithält. Und sollte sich irgendwann tatsächlich eine Spur zu meinen Geschwistern ergeben, dann könnt ihr sicher sein, dass ihr zu den Ersten gehört, die davon erfahren.

Denn manchmal führt ein Weg nicht nur in ein neues Zuhause, sondern irgendwann vielleicht auch zurück zu einem kleinen Stück Vergangenheit. ❤️🐾

Und jetzt entschuldigt mich bitte. Ich habe Geburtstag, meine neue Torte wartet auf mich, und ich muss dringend überprüfen, ob man mit einem Jahr eigentlich Anspruch auf eine zusätzliche Portion Leckerchen hat. Falls ja, werde ich diese neue Regel selbstverständlich sofort bei Frauchen und Herrchen einreichen. Am besten schriftlich, mit vier Pfotenabdrücken und ohne Widerspruchsmöglichkeit! 🤣🎂

Ein riesiges Geburtstags-Wuff an euch alle!

Eure Silva 🐶❤️🐾

Bilder dieses Tages

🎂 Meine erste Geburtstagstorte! Erst einmal gründlich beschnuppern – schließlich bin ich jetzt ein Jahr alt! 🤣🐾
🐾 Nach dem Düsenjäger-Schreck: Endlich wieder zu Hause und sicher bei Frauchen. ❤️

Videos dieses Tages

Ein eigener Song zum ersten Geburtstag! Jetzt fehlt nur noch, dass Frauchen und Herrchen jedes Mal mitsingen, wenn ich den Raum betreten! 🤣

Jede Geschichte zählt. 🐾

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